Sehr trockene Haut, Neurodermitis
Wenn die Haut trocken und wund wird
Viele kennen die Momente, in denen die Haut sehr trocken ist. Die oberste Hautschicht (Epidermis) wird spröde und kann die Feuchtigkeit nur noch reduziert vor dem Verdunsten bewahren. Wer jetzt anfängt zu kratzen, kommt schnell in einen Teufelskreis aus vermehrtem Juckreiz und erhöhter Trockenheit. Die Haut kann schuppig und spröde oder sogar wund werden.
Ursachen
Trockene Haut kann verschiedene Ursachen haben. In manchen Fällen ist sie ein Hinweis auf eine Neurodermitis. Wenn diese im Vollbild ausbricht, leiden die Betroffenen unter extremem Juckreiz und nässenden Ekzemen. Bis zu 20 Prozent der Bevölkerung in den westlichen Industrienationen leiden an atopischen Hauterkrankungen, zu denen die Neurodermitis gehört. Bei Kindern sind es sogar bis zu 25 Prozent.
Die Veranlagung, an einer Neurodermitis zu erkranken, ist vererbbar. Eine quantitative und qualitative Veränderung der Lipidzusammensetzung sowie eine Mutation des Schutzproteins Filaggrin können zum Teil den Defekt der Hautbarriere erklären. Durch die Veränderungen kann die Haut den Körper nur noch unzureichend vor dem Austrocknen schützen. Das Phänomen lässt sich über den so genannten transepidermalen Wasserverlust quantifizieren. Welche Ursachen es sind, die die genetisch basierte Hauterkrankung ausbrechen lassen, ist bis heute allerdings nicht eindeutig geklärt. Eine wesentliche Rolle scheinen Umweltbelastungen zu spielen. In unserer Gesellschaft sind wir übermäßig vielen chemisch-synthetischen Fremdstoffen ausgesetzt, mit denen sich der Organismus auseinandersetzen muss. Dazu kommen die seelischen Anforderungen in Familie und Beruf. Manchmal reicht eine Kleinigkeit, um das Fass zum Überlaufen zu bringen. Wir halten nicht mehr Stand, sind schutzlos und wund.
Dass Haut und Empfindung eng miteinander verwoben sind, zeigt sich schon in der Embryonalentwicklung. Sowohl die Haut als auch das Nervensystem und die Sinnesorgane stammen aus dem gleichen embryonalen Zellursprung, dem Ektoderm.
Die Haut ist dreigliedrig aus Oberhaut (Epidermis), Lederhaut (Dermis) und Unterhaut (Subcutis) aufgebaut. Die Oberhaut (Epidermis) besteht aus mehreren Zellschichten (Keratinozyten), die an der Hautoberfläche verhornen (Hornzellen oder Korneozyten). Eine Schicht aus Lipiden und Proteinen verbindet die Korneozyten so fest miteinander, dass sie eine sichere Barriere bilden, über die der Körper nur wenig Flüssigkeit verliert. Eine veränderte Lipidzusammensetzung sowie ein Defekt des Proteins Filaggrin, das eine verbindende Funktion zwischen den Korneozyten einnimmt, lässt die Barriere löchrig werden. Die Haut trocknet aus und juckt.
Den ganzen Menschen behandeln
Die Haut ist nicht nur Spiegel der Seele, sondern auch der Vorgänge im Körper. Auf der Hautoberfläche enden zahlreiche Nerven, die mit dem Inneren des Körpers in Verbindung stehen. Ist ein Organ geschwächt oder erkrankt, spiegelt sich das auf der Haut wider. Deshalb ist es wichtig, den ganzen Menschen zu behandeln, wenn er an Neurodermitis erkrankt ist. Eine ganzheitliche Therapie macht die Behandlung der Haut mit entzündungshemmenden Arzneimitteln oft überflüssig. Für die Behandlung werden hautwirksame Heilpflanzen eingesetzt, die das Ekzem nicht unterdrücken, sondern ausheilen lassen.
Hautforschung in Freiburg: Heilpflanzen helfen der Haut
Pflanzen erfreuen nicht nur das Auge, sie enthalten auch eine Vielzahl interessanter Inhaltsstoffe wie Antioxidantien, entzündungshemmende und antimikrobielle Substanzen, die der Haut guttun. Die Nutzbarkeit vieler Pflanzeninhaltsstoffe zur Behandlung von Hauterkrankungen, zum Beispiel Gerbstoffe bei Neurodermitis, ist bisher erst ansatzweise erforscht. Um bei dieser Forschungslücke anzusetzen und sowohl die heilsamen als auch die schädlichen Wirkungen von Pflanzen sowie die des Lichtes auf die Haut genau zu untersuchen, wurde das Kompetenzzentrum skinitial® an der Universitäts-Hautklinik Freiburg gegründet. Neben anderen fördern die WALA Heilmittel GmbH und die gemeinnützige Dr.Hauschka Stiftung dieses Projekt. Weiterführende Informationen zu skinitial® finden Sie unter: www.uniklinik-freiburg.de/hautklinik.html

