Dr.Hauschka Med

Interview mit der anthrop. Hautärztin Dr. med. Brigitte Roesler

Dr.Hauschka Med: Trockene Haut kennen wahrscheinlich viele. Was sind die Ursachen, und muss ich trockene Haut in jedem Fall speziell behandeln?

Dr. med. Brigitte Roesler: Die Ursachen sind ganz unterschiedlich. Viele Menschen haben im Winter eine trockene Haut, wenn die kalte Luft draußen und die Heizungsluft drinnen sehr trocken sind. Aber auch die Sonne und Freibadbesuche im Sommer können die Haut austrocknen. In diesen Fällen reicht oft eine hochwertige und reichhaltige Körperpflege, damit sich die Haut regeneriert.

Manchmal kommt zu der Trockenheit der Haut auch noch Juckreiz. Sind die Ursachen die gleichen?

Der Übergang von Juckreiz aufgrund sehr trockener Haut zu Juckreiz, der innere, organische oder seelische Ursachen haben kann, ist oft fließend. Die Haut ist unser Schutzorgan, mit dem wir uns auch seelisch abgrenzen. Manchmal würden wir am liebsten aus der Haut fahren, könnten uns die Haut sozusagen herunterkratzen. Das ist dann ein Ausdruck nervlicher Angespanntheit oder seelischen Kummers.

Sollte ich mit Juckreiz gleich zum Hautarzt gehen?

Das hängt sicherlich davon ab, wie belastend der Juckreiz für jemanden ist. Wenn die betroffene Person etwa sogar die Haut aufkratzt, was Infektionen zur Folge haben kann, sollte sie auf jeden Fall zum Hautarzt gehen und sich untersuchen lassen. Manchmal können auch Unverträglichkeiten auf einen bestimmten Stoff oder eine Organschwäche, zum Beispiel von Niere oder Leber, die Ursache für Juckreiz oder Ekzeme sein.

Juckreiz kann auch Ausdruck eines atopischen Ekzems sein. Was genau ist das?

Die so genannten atopischen Erkrankungen, zu denen die Neurodermitis (atopisches Ekzem), Heuschnupfen und allergisches Asthma gehören, sind leider eine immer weiter verbreitete Gruppe von Krankheitsbildern. Sie sind Ausdruck einer Überempfindlichkeit, die durch das Zusammenspiel von Umweltbelastungen und gesellschaftlicher Überforderung entstehen kann. Von Neurodermitis sind oft Personen betroffen, die man als Kopfmenschen bezeichnen würde, die also ihre Kräfte mehr auf das Denkerische, Nervliche und weniger auf das Seelische verwenden.

Welche Therapie empfehlen Sie einer Person, die an einem atopischen Ekzem leidet?

Die Haut ist Spiegel unseres Befindens, aber auch der inneren Organe. Beides gilt es, mit Hilfe naturheilkundlicher Therapien zu stärken. Innerlich setze ich arzneiliche Zubereitungen hautwirksamer Heilpflanzen und potenzierter Mineralien ein. Kunst- und Gesprächstherapien oder Heileurythmie stärken den Patienten. Therapien, bei der sich die Betroffenen mit der Frage auseinandersetzen können, was sie an ihrem Leben positiv gestalten können, um sich wieder wohl in ihrer Haut zu fühlen. Eine hochwertige Körperpflege verbindet dieses Wohlfühlen mit dem Aspekt, sich selbst Hülle zu verleihen und sich mehr mit seinem Körper zu verbinden. Eine hier passende Körperpflege ist optimal, wenn sie die Barrierefunktion der Haut stärkt und auf einer pflegenden Fettgrundlage basiert, die auf die trockene Haut abgestimmt ist.