Das Geheimnis der Mittagsblume
Dass Zubereitungen der trockenresistenten Mittagsblume die trockene Haut pflegen und beruhigen, erkannte bereits die Krankenschwester Waltraud Marschke. Doch worauf beruht diese Wirkung der Mittagsblume? Auf der Suche nach Antworten führte die WALA zusammen mit dem Greifswalder Institut für Pharmazie intensive Forschungen durch, um letztendlich aus den Ergebnissen Hautpflegeprodukte zu entwickeln, deren gute Wirksamkeit und Verträglichkeit klinische Tests bestätigten. Wir konnten Prof. Dr. Ulrike Lindequist von der Universität Greifswald für ein Interview gewinnen.
Dr.Hauschka Med: Ihr Fachgebiet ist die Pharmazeutische Biologie. Was genau steckt dahinter?
Prof. Dr. Ulrike Lindequist: Die Pharmazeutische Biologie untersucht Naturstoffe hinsichtlich ihrer pharmazeutischen Wirkung. Unsere Forschungsobjekte sind Wirkstoffe aus Mikroorganismen – darunter zum Beispiel Antibiotika – ebenso wie der große Bereich der Arzneipflanzen. Unser Ziel ist es, die wissenschaftliche Basis für eine mögliche Nutzung arzneilich wirksamer Naturstoffe zu geben. Das betrifft zum einen die Auffindung neuer Wirkstoffe. Zum anderen vertiefen wir Untersuchungen von bekannten und teilweise bereits genutzten Arzneipflanzen.
Wie gehen Sie an solche Untersuchungen heran?
Für den Nachweis pharmazeutischer oder kosmetischer Wirkungen nutzen wir zellbiologische Modelle. Darunter solche, die menschlichen Hautzellen entsprechen und die über deren typische Eigenschaften verfügen. So können wir feststellen, wie Hautzellen unter dem Einsatz von Substanzen reagieren. Parallel dazu analysieren wir die chemische Zusammensetzung dieser Substanzen.
Wie lautete die „Aufgabenstellung“ der WALA für die Untersuchung der Mittagsblume?
„Finden Sie heraus, welche Inhaltsstoffe in der Mittagsblume enthalten sind, die für den bereits von Waltraud Marschke beschriebenen positiven Einfluss der Pflanze auf trockene Haut zuständig sind.“ Bei den Untersuchungen splitteten wir den Presssaft der Mittagsblume in viele unterschiedliche, immer kleinere Fraktionen auf. Am Ende waren wir bei einigen wenigen Substanzen angelangt, von denen bekannt war, dass sie Feuchtigkeit binden können und denen wir die besondere Wirkung der Mittagsblume auf trockene Haut in erster Linie zuschreiben konnten. Anschließende korneometrische Tests mit diesen Substanzen, bei denen die Feuchtigkeitsanreicherung in der Haut gemessen wurde, bestätigten unser Ergebnis. Besonders interessant: Die gefundenen Verbindungen ähneln natürlichen Feuchthaltesubstanzen der menschlichen Haut, die diese zum Schutz gegen Trockenheit bildet und die der trockenen Haut fehlen.
Wie würden Sie die Ergebnisse zusammenfassen?
Ganz simpel ausgedrückt: Die Mittagsblume besitzt feuchtigkeitsspeichernde Substanzen, die sie braucht, um ihr Überleben in trockenen Gebieten zu sichern. Diese Substanzen sind auch für die trockene menschliche Haut nützlich, indem sie ihr Feuchtigkeit zurückgeben und ihr langfristig dabei helfen, Feuchtigkeit selbständig zu bewahren. Was mich besonders freut, ist, dass unsere Ergebnisse dank der engen Partnerschaft mit der WALA in Form der Dr.Hauschka Med Mittagsblumenpräparate eine praktische Umsetzung erfahren haben und nun zur Pflege sehr trockener, neurodermitischer Haut eingesetzt werden. Das ist ein sehr schönes Resultat.

