Kompostarbeiten im WALA Heilpflanzengarten
Die Erde ist das wichtigste Organ für das Wachstum und die Gesundheit der Heilpflanzen. Durch regelmäßige Kompostgaben und andere Maßnahmen, wie z.B. die biologisch-dynamischen Präparate, werden die Bodenfruchtbarkeit aufgebaut und die Lebensprozesse im Boden gefördert.
Um eine gute Komposterde zu erzeugen, bedarf es vieler Vorarbeiten. Auf den WALA Gartenflächen gibt es insgesamt ca. 50 Komposte. Die meisten davon sind Mischkomposte, das heißt, sie beinhalten alle im Garten anfallenden pflanzlichen Stoffe, z.B. Rasenschnitt, Pflanzenrückschnitt usw. Zudem geben wir während des Aufsetzens des Kompostes schichtweise Kuhmist vom nahe gelegenen Demeter "Sonnenhof" in Bad Boll zu.
Hat der Komposthaufen eine gewisse Größe erreicht, decken wir ihn mit Stroh ab. Außer diesen Mischkomposten setzen wir im Spätherbst noch Laub- und Holzhäckselkomposte auf.
Im darauf folgenden Frühjahr oder Herbst setzen wir den Kompost dann zum ersten Mal um.
Beim Umsetzen, bei dem wir alle Schichten gut durchmischen und auflockern, wird gleichzeitig der Blick in das Innenleben eines Kompostes offenbar. Wir sehen, wie reich der Kompost mit Würmern oder anderen tierischen Lebewesen durchsetzt ist, wir sehen seine Farbe, fühlen seine Feuchte, nehmen seinen Geruch wahr. Durch die Arbeit des Umsetzens erleben wir am eigenen Körper, wie schwer oder leicht die Erde eines Komposthaufens ist.
Nach dem Umsetzen präparieren wir den Kompost. Die Kompostpräparate enthalten die Blüten von Schafgarbe, Löwenzahn und Kamille, Eichenrinde, grüne Sprosse der Brennnessel und den Saft von Baldrianblüten. Jedes einzelne Präparat hat seine Aufgabe und Wirkung im Komposthaufen. Die Herstellung der eigenen biologisch-dynamischen Präparate gehört mit zu den Höhepunkten des Jahreslaufes im WALA Garten.
Verwendung der Komposterde
Sobald die Umsetzungsprozesse im Kompost nach zwei bis vier Jahren weitgehend abgeschlossen sind, können wir die Komposterden auf die Beetflächen ausbringen. Je nach Bodenqualität und Beetverwendung wird der Kompost in unterschiedlichen Mengen ausgebracht und mit dem Spaten untergegraben, aber auch mit Krail (vierzinkiges Gartengerät) oder Hacke in den Boden eingearbeitet. Diese Bodenbearbeitung im Herbst und die anschließende Frostgare (die bodenverändernde Einwirkung von Frost) im Winter wirken sich sehr fördernd auf die Bodenstruktur aus.
Mit diesen regelmäßigen Kompostgaben wird eine Stärkung der Dauerfruchtbarkeit des Bodens sowie eine Förderung der Lebensprozesse und Kräfte im Naturhaushalt erreicht. So erhalten die Pflanzen eine gesteigerte Widerstandskraft gegen Schädlinge und Krankheiten.

